Aktuelles
22.07.2025
Rückblick Festakt 75 Jahre Canu Club Emsdetten
Rundum gelungener Festakt in Stroetmanns Fabrik / Olympiasieger, Weltmeister, Bundestrainer auf dem Sofa
75 Jahre Canu Club Emsdetten (CCE). 75 Jahre Wasser, Sport und Emotionen. Das wurde am Samstag den 14,06.2025 in Stroetmanns Fabrik aber mal so richtig gefeiert. Mit Sektempfang, offiziellem Festakt, Party und lecker „Manta-Platte“ (Currywurst, Pommes mit Mayo), die es draußen an „Teckis“ Stand gab. Der CCE ohne Pommes-Bude, das geht nicht...
Für den Festakt im renovierten und angenehm temperierten Bürgersaal hatten sich die Organisatoren ein witziges, unterhaltsames wie interessantes Programm überlegt, das CCE-Vorsitzender Thomas Pieper und Jugendwart Max Wolters locker und spritzig moderierten.
Was nicht fehlen durfte, sind die Ehrengäste, die ja auch durch entsprechende „Flachgeschenke“ zur Finanzierung der Feier beitragen. Bürgermeister Oliver Kellner lobte, dass sich der CCE von „einer Paddelgemeinschaft zu einem sehr erfolgreichen Verein entwickelt hat, in dem sportliche Höchstleistungen und gelebtes Miteinander“ großgeschrieben werden. Kellner dankte auch den vielen Ehrenamtlichen, „ohne die der CCE nicht so erfolgreich wäre“.
Thorsten Höll, Vorsitzender des Kanu-Bezirks 9, überbrachte Präsente des Deutschen wie des Landes-Kanu-Verbandes und einen Gutschein des Bezirks. Ralf Lammert, Vorsitzender des Stadtsportverbandes (SSV) Emsdetten, ging auf die Historie des Vereins ein und betonte: „Beim CCE sind Leistungs- und Breitensport zuhause.“
Im Anschluss baten Pieper und Wolters dann besondere Kanuten aus der illustren Gästeschar im Saal auf die Bühne. Wo sie auf dem roten Sofa Platz nahmen und vom Moderatoren-Duo interviewt wurden.
Den Auftakt machte Norbert „Stöhni“ Reidegeld. Er war im Jahr 1973 der erste Deutsche Meister des CCE, im K 1 über die 500 m, „und zwar auf der Olympiastrecke in München“, betonte „Stöhni“, der nach seiner aktiven Zeit langjähriger Trainer der Schüler A des CCE war und noch heute auf der Ems paddelt, „wenn das Wetter gut und der Wasserstand nicht zu hoch ist“. Pieper verabschiedete „Stöhni“ unter dem Applaus der Gäste humorig: „Wenn die Holzschlappen auf dem Steg am Bootshaus stehen, dann ist Norbert auf dem Wasser.“
Als Nächster nahm Kajak-Bundestrainer Arndt Hanisch (55) auf dem Sofa Platz, der „von 1998 bis 2001 der erste hauptamtliche Trainer des CCE war“, wie Wolters anmerkte. „Emsdetten – das war meine prägendste Trainerstelle. Ich wäre gerne länger geblieben“, gestand Hanisch, der sich – ganz Bundestrainer, der sein Team auf die Kanu-WM vorbereitet – mit dem Spruch verabschiedete: „Training hilft.“
Auf den einen Bundestrainer folgte der nächste: Lutz Altepost (43). Der gebürtige Emsdettener lernte einst beim CCE das Paddeln, bevor es ihn zum KC Potsdam verschlug, wo der zweifache Kanu-Weltmeister (2005 und 2007) seit 2011 lebt. Zum Vergleich der Kanu-Leistungsstützpunkte Potsdam - Emsdetten sagte Altepost: „Man kann‘s auch auf der Ems schaffen.“ Da ist er ja selbst das beste Beispiel.
Nach dem Weltmeister kam der Olympiasieger: Tim Wieskötter (46). Bei drei Olympischen Spielen – 2000, 2004 und 2008 – paddelte er im K 2 über 500 m zu Medaillen. Herausragend: Olympia-Gold 2004 in Athen. Wieskötter, der zusammen mit seinen CCE-Kollegen Jochen Nietsche, Michael Nießing und Christopher Möllerherm – „das war vor 30 Jahren ein CCE-Vierer“ (Pieper) – am Tisch saß, bedankte sich nochmals „für die super Unterstützung aus meinem Heimatverein“, der ihn bei all seinen Erfolgen begleitete.
Doch nicht nur an Erfolge wurde an diesem Abend erinnert, auch an „Niederschläge“. Und die wirken sich bisweilen beim CCE, dessen Bootshaus bekanntlich in Sinningen an der Ems liegt, fatal aus. Wie auf den Videos zu sehen war, die das extreme Hochwasser der Jahre 1994 und 2023 zeigten, als das Ems-Wasser ins Bootshaus eindrang, bzw. dieses geflutet werden musste.
Zum Abschluss eines rundum gelungenen Festaktes blickten die Moderatoren dann auf die jüngste, sportliche Vergangenheit, bzw. Gegenwart. Pieper und Wolters erinnerten an die großen Erfolge von Lennart Wermers und Max Mikosch, die beide im Nationaltrikot erfolgreich gewesen waren. Und an Linus Engeln, der sich aktuell mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft in Portugal auf die Junioren WM vorbereitet und eine absolut lustige Video-Botschaft an die Gäste im Saal schickte.
Lang anhaltender Applaus erklang zum Ende des offiziellen Teils. Danach ging es hinüber ins Foyer, wo sich viele ehemalige Kanutinnen und Kanuten herzlichst beim Wiedersehen begrüßten. Im Lichthof sorgten die „Dark Presentiments“ und DJ Justus Löchte dann für Jubiläums-Party-Stimmung.
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